Goethe und Schiller im wechselseitigen Vor-Urteil | SpringerLink

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Dabei hatte die Freundschaft zwischen den beiden Dichterkollegen anfangs unter ungünstigen Vorzeichen gestanden. Lange Zeit hatte nichts darauf hingedeutet, dass sich die beiden einmal finden und einander so viel bedeuten würden wie es dann tatsächlich der Fall war. Am Wieland, Goethe und Herder hatten sich anwerben lassen und gaben der Stadt Glanz und Gepräge, so dass ihr schon bald der Ehrename "Ilm-Athen" zugesprochen wurde.

Doch der Dichterfürst war noch in Italien, und so wurde sein Geburtstag in seinem Gartenhaus ohne ihn, aber mit Schiller gefeiert. Es sollte noch eine Weile dauern bis deren Freundschaft tatsächlich begann. Goethe hatte nämlich zunächst gar kein Interesse, Schiller kennen zu lernen, und dieser wiederum vermied es, sich dem Älteren aufzudrängen.

Sechs Jahre lang ging Goethe seinem jungen Kollegen aus dem Weg.

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Für Schiller waren es sechs bittere Jahre. Nach seiner Rückkunft aus Italien schrieb er, er goethe erste bekanntschaft mit schiller u. Schillers "Räuber" vorgefunden. Die Erscheinung des 'Don Carlos' war nicht goethe erste bekanntschaft mit schiller, mich ihm näher zu führen Sein Aufsatz über 'Anmut und Würde' war eben so wenig ein Mittel, mich zu versöhnen Gewisse, harte Stellen sogar konnte ich direkt auf mich deuten, sie zeigten mein Glaubensbekenntnis in einem falschen Lichte.

Januar wurde Schiller zum Professor extraordinarius in Jena ernannt und hielt dort im Mai mit bravourösem Erfolg seine Antrittsvorlesung. Ich glaube in der Tat, er ist ein Egoist in ungewöhnlichem Grade.

Goethe und Schiller im wechselseitigen Vor-Urteil

Ein solches Wesen sollten die Menschen nicht um sich heraufkommen lassen. Wie leicht ward sein Genie von seinem Schicksal getragen, und wie muss ich bis auf diese Minute noch kämpfen!

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September in Rudolstadt zu einer ersten persönlichen Begegnung der beiden Dichter gekommen. Dessen Enttäuschung machte sich in einem Bericht an Körner Luft. Junimit der förmlichen Anrede: Juni sagte Goethe seine Mitarbeit bei den "Horen" zu: Juli, dass er sich "auf eine öftere Auswechslung der Ideen" lebhaft freue. Schiller hatte Goethes Mitarbeit bei den "Horen" nicht zuletzt deshalb gewünscht, um der neuen Zeitschrift Ansehen zu verschaffen.

Goethe wiederum kam die Einladung gelegen, weil er seit längerem am literarischen Leben wenig beteiligt war und, nach eigenem Eingeständnis, hoffte, dass die neue Verbindung nun manches, was bei ihm ins Stocken geraten war, wieder voranbringen würde.

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Beide hatten eine Veranstaltung der "Naturforschenden Gesellschaft" im Hause des Mediziners und Botanikers Karl Batsch besucht und die Veranstaltung "zufällig" gemeinsam verlassen. Ein Gespräch knüpfte sich philippinische frauen treffen. Aber hören wir selbst, was Goethe darüber schreibt: Die Behauptung aus 'Anmut und Goethe erste bekanntschaft mit schiller fiel mir wieder ein, der alte Groll wollte sich regen, ich nahm mich aber zusammen und versetzte: Beide haben darüber später berichtet, und Wilhelm von Humboldt notiert am Ende August schrieben beide einander deutende und einander anerkennende Briefe.

Vor allem Goethe fühlte sich durch den Brief von Schiller von diesem verstanden und dankte ihm mit folgenden Worten: Reiner Genuss und wahrer Nutzen kann nur wechselseitig sein, und ich freue mich Ihnen gelegentlich zu entwickeln; was mir Ihre Unterhaltung gewährt hat, wie ich von jenen Tagen an auch eine Epoche rechne und wie zufrieden ich bin, ohne sonderliche Aufmunterung, auf meinem Wege fortgegangen zu sein, da es nun scheint als wenn wir, nach einem so unvermuteten Begegnen, mit einander fortwandern müssten.

Ich habe den redlichen und so seltenen Ernst, der in allem erscheint was Sie geschrieben und getan haben, immer zu schätzen gewusst, und ich darf nunmehr Anspruch machen durch Sie selbst mit dem Gange Ihres Geistes, besonders in den letzten Jahren, bekannt zu werden. Schiller sagte "mit Freuden" zu, verbarg aber nicht, dass er wegen seiner Krankheit mit den störenden nächtlichen Krämpfen nie genau wisse, wann er sich wohlfühle, wünschte, dass sich niemand durch ihn gestört fühle und schloss den ergreifenden Satz an: Fast täglich hatten von Beginn an Botenfrauen oder die fahrende Post Sendungen zwischen beiden zu befördern.

Die Freunde borgten einander Bücher, tauschten Goethe erste bekanntschaft mit schiller aus, die Arbeit an den "Horen" ging voran, die "wissenschaftliche Correspondenz" begann.

Beide waren sich erstaunlich schnell näher gekommen und fanden zu einem intensiven Arbeitsbündnis zusammen, in dem jeder gab und nahm und das nur Schillers Tod am goethe erste bekanntschaft mit schiller. Mai aufkündigen konnte. Oft hielt sich Goethe in Jena auf. Für kürzere oder für längere Zeit setzte er sich von Weimar ab, um sich in der nahen Universitätsstadt in seine wissenschaftlichen und künstlerischen Arbeiten vertiefen und mit Gelehrten und Freunden unterhalten zu können.

Dass sich der Bund mit Schiller so schnell festigte, beweist, wie sehr Goethe, der nach seiner Italienreise vereinsamt und an einem schöpferischen Tiefpunkt angelangt war, gerade damals eine Verbindung wünschte, in der er sich verstanden wusste und schöpferische Anregungen erhielt.

Schiller in mannigfachen Briefberichten, vor allem an seinen Freund Körner, Goethe in einem späteren Rückblick "Erste Bekanntschaft mit Schiller" von und in "Ferneres in Bezug auf mein Verhältnis zu Schiller" von Schiller schreibt beispielsweise an Christian Gottfried Körner am 1.

Böhler: Freundschaft Schiller & Goethe

Wir hatten vor sechs Wochen über Kunst und Kunsttheorien ein langes und breites gesprochen und uns die Hauptideen mitgeteilt, zu denen wir auf ganz verschiedenen Wegen gekommen waren. Ein jeder konnte dem anderen etwas geben, etwas ihm fehlte, und etwas dafür empfangen.

Zwar dürfte er damit kaum Goethe gemeint haben, aber dieser reagierte trotzdem empfindlich. Nur ein Jahr später, am This is a preview of subscription content, log in to check access. Preview Unable to display preview.

Über die Theorie der Kunst hat er viel gedacht und ist auf einem ganz anderen Wege als ich zu den nämlichen Resultaten mit mir gekommen.

Schiller schöpfte aus der Welt der Idee, Goethe aus ihrer Beobachtung. Goethe erste bekanntschaft mit schiller, der bis dahin Goethes Vorstellungsart als zu sinnlich empfand - "überhaupt.

Goethe wiederum bemerkte, dass Schiller nicht nur ein Feuerkopf und gebildeter Kantianer, sondern zugleich ein an Fragen der antiken Ästhetik und Kunstphilosophie interessierter Kenner war, dessen kennenlernen wann beziehung Urteil seine eigene Arbeit fördern konnte. Gerade der wechselseitige Respekt vor der künstlerischen Leistung des anderen und die Toleranz gegenüber abweichenden Wertsetzungen begründeten ihr persönliches Verhältnis, dem in der Geschichte der deutschen Literatur nichts Vergleichbares zur Seite zu stellen ist.

Schiller und Goethe

Dadurch gelingt ihnen auch, wie spätere soziologisch ausgerichtete Wissenschaftler festgestellt haben, die Stabilisierung des Daseins in einer sozial heterogenen Welt und kommen dem klassischen Dichter als einer ganzen, Totalität repräsentierenden Existenz, näher, von dem Schiller sagt, er sei "der einzige wahre Mensch". In diesem Sinne zeugt ihre Freundschaft nicht nur von Persönlich-Individuellem, von privater Zuneigung, Verbundenheit, vielleicht gar Liebe; sie zeugt ebenso unübersehbar vom Kampf um einen Wirkungsraum für eine allgemein verbindliche literarische Tätigkeit gegen die Ungunst der realen Verhältnisse und ist auf diese Weise paradigmatisch für die Stellung des Schriftstellers im Übergang flirten amerika modernen Gesellschaft.

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Was aber vor allem wichtig ist: Schiller hilft Goethe erste bekanntschaft mit schiller, Gefühle durch Gesetze zu berichtigen und Goethe bewahrt Goethe erste bekanntschaft mit schiller vor den Gefahren der Abstraktion, hilft ihm, die Intuition zu beleben und den Sinn für das Konkrete zu schärfen.

Beide sind einer tief greifenden Auseinandersetzung bedürftig, Schiller will der grundsätzlichen Kälte der Einsamkeit des Denkens entrinnen, Goethe seiner Vereinsamung im Denken, da er in Weimar nur noch wenig neue Anregung erhält. Die verschiedenen Wege, die sie bisher gegangen waren, sind deutlich. Hatte Goethe seine Auffassung von Stil und Schönheit, innerer Gesetzlichkeit und Eigenwert der Kunst in der Anschauung klassischer Werke der Antike und ihrer Nachfolger gewonnen, so war Schiller weit mehr durch die Anstrengung theoretischen Nachdenkens zu ähnlichen Ergebnissen gelangt Schiller ist der kantianisch geschulte Kopf, der in der Transzendentalphilosophie zu Hause ist, und dem Erfahrung weniger bedeutet als die Idee.

Goethe dagegen ist der Empiriker, der intuitive Denker, der praktische Naturforscher mit einer erfahrungswissenschaftlichen Perspektive.

Seinem intuitiv arbeitenden Verstand sind über die erfahrbare Welt hinausgehende Spekulationen fremd. So ergänzen sich beide und fügen sich wie zwei Hälften zu einem Kreis, wie Goethe später das wechselseitige Verhältnis gedeutet hat. Das Herz schmachtet nach einem betastlichen Objekt", gestand er am Dezember Man bedenke, das schrieb jemand, der noch vor wenigen Jahren gemeint hatte, Goethes Vorstellungsart sei "zu sinnlich" und betaste zu viel.

"Eines Freundes Freund zu sein".

Doch bedeutete das gegenseitige Sichverstehen keineswegs, mit allem einverstanden zu sein, was der andere vortrug. Aber die Bereitschaft, sich auf einen Diskurs einzulassen, der zudem kongenial war, führte auch immer wieder zur klaren Erkenntnis der goethe erste bekanntschaft mit schiller Möglichkeiten und erbrachte die fortlaufende kritische Begleitung des künstlerischen Schaffens.

Ihr einzigartiger Briefwechsel war ebenfalls ein fortlaufender Werkstattbericht zweier schöpferischer Menschen, die sich zu ergänzen und voneinander zu lernen suchten. Über tausend Seiten umfasst ihre Korrespondenz, und ihre Gespräche hat niemand gezählt. Das Nachdenken der Briefschreiber, deren Freundschaft mit dem Rückzug in die Kunst beginnt - Tagespolitik und Zeitläufe bleiben ausgeklammert - richtete sich durchweg auf grundsätzliche und spezielle Fragen der Kunst, vornehmlich der Dichtung.

Gemeinsam suchten sie Grundgesetze der Dichtung und ihrer Genres aufzudecken und damit auch die eigene Praxis poetologisch zu fundieren. Aber auch im ganz persönlichen, privaten Leben standen sie sich bei, halfen einander und sprangen für den anderen ein, wenn einer von ihnen krank oder unpässlich war.

Goethe begegnete der Krankheit des zehn Jahre Jüngeren mit Verständnis und Mitgefühl und hat, wie August Schlegel einmal befand, wie ein "zärtlicher Liebhaber", für Schiller gesorgt.

Schiller goethe erste bekanntschaft mit schiller erlebte Goethes Schmerzen um den Tod des vierten Kindes im Oktober unmittelbar mit - Schmerzen, von denen er und seine Frau verschont geblieben sind. Zudem fand Schiller hinter der geheimrätlichen Maske, die Goethe nach der Rückkehr aus Italien oft angelegt hatte, den Mann und Dichter und war wie Grillparzer und manch anderer überwältigt von der Wärme, die dieser Mann ausstrahlen konnte.

Doch sei nicht verschwiegen, dass Schiller gegenüber Goethes "Ehestand ohne Zeremonie" eine konventionelle Haltung an den Tag legte.

Ein Einzelner ist niemals klassisch", [1] so steht Goethes Schilderung der sozialen Situation des Schriftstellers seiner Tage dazu in markantem Gegensatz: Nirgends in Deutschland ist ein Mittelpunkt gesellschaftlicher Lebensbildung, wo sich Schriftsteller zusammenfänden und nach einer Art, in einem Sinne, jeder in seinem Fache sich ausbilden könnten.

Gemeinsame Arbeit an den "Horen" Aber wenden wir uns nun ihren gemeinsamen konkreten schriftstellerischen und dichterischen Arbeiten zu.

Da waren zunächst die "Horen", deren erste Ausgabe mit 93 Seiten am Januar erschien.

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